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Archive for December, 2009

Hallo ihr Lieben,
So langsam ist bei uns der Alltag eingekehrt. Um euch zu erlaeutern, wie so ein Tag fuer uns aussieht, werden wir euch diesesmal unseren typischen Tagesablauf schildern.
Gegen sechs Uhr morgens ist es hier kaum noch moeglich zu schlafen. Die Haehne kraehen, der Muezzin schreit, die Motorraeder brummen und die Menschen unterhalten sich, was man bei uns  “sich anschreien” nennen wuerde. Gegen sieben Uhr haelt man es dann im Bett auch nicht mehr aus und um acht Uhr faengt fuer uns an drei Tagen der Woche sowieso die Schule an.


Nach dem Aufstehen gibt es erstmal Fruehstueck. Die Menschen hier essen schon morgens Reis, wir haben dann aber doch lieber am guten alten Brot festgehalten, auch wenn es natuerlich laengst nicht so gut ist wie in Deutschland! Hier in Aledjo bekommen wir nur suesses Weissbrot. Und der Aufstrich ist  eher Improvisation: Matschbananen, ungewuerzte Erdnusscrème, ungewuerzter Hartkaese oder Honig, in dem oft ganze Bienen schwimmen. Ist kein Brot da, gibt es als Alternative “Tapioka”, ein eher schleimiger Brei aus Manjok, den man mit Zucker und Dosenmilch isst. Eigentlich finden wir das lecker, denn es ist zur Abwechslung mal was Suesses. Die Menschen hier behaupten, sie vertragen keinen Zucker. Schokolade ist daher leider schwierig zu finden.
Nach dem Fruehstuck geht es dann in die Schule, die nur wenige hundert Meter von unserem Haus entfernt ist. Trotzdem fahren die Lehrer diese paar Meter jeden Morgen mit dem Motorrad, da dies bei ihnen als wichtiges Statussymbol gilt. Auf dem Schulgelaende angekommen, fuehrt unser Weg zu einem kleinen Haus. Es besteht aus drei winzigen Zimmern: de Direktoriat, dem Sekreteriat und dem Lehrerzimmer, welches vollgestopft, eng und heruntergekommen ist.
Dort geht dann die hier so uebliche Begruessungszeremonie los. Es wird jedem einzelnen die Hand geschuettelt, man wuenscht sich einen guten Morgen und dann kommen die Fragen nach der Gesundheit, der Familie, dem Wetter usw. . Das kann lange dauern und war fuer uns am Anfang sehr gewoehnungsbeduerftig.
Anschliessend koennen wir dann mit unserer eigentlichen Aufgabe beginnen, dem Lehren.


Die ersten Stunden waren eine grosse Zerreissprobe fuer uns, wie schon im letzten Bericht beschrieben. Aber mitlerweile haben wir auch einen Weg gefunden mit der Herrausforderung Schule umzugehen. Das bedeutet an erster Stelle einmal sehr viel Geduld! Ausserdem muessen wir auch akzeptieren, dass es nicht moeglich ist, allen Kindern nahe zu bringen, dass es wichtig ist aufmerksam zuzuhoeren. Da machen wir dann meistens nur mit etwa 30 von 83 Kindern aktiv den Unterricht, der Rest muss irgendwie enigermassen still gehalten werden.
Um zwoelf Uhr sind wir dann vorerst von unseren Pflichten befreit und koennen uns auf den Weg zum wohlverdiehnten Mittagessen in Mama Ouefas Strassenkueche machen (Bild oben).
Nach dem Essen gehen wir dann gesaettigt durch die Mittagshitze wieder zurueck nach Hause.


Vor etwa drei Wochen hat es hier zum letzten Mal geregnet. Jetzt hat die “fraicheur”, mit dem Wuestenwind “Harmattan” hat begonnen. Das bedeutet, dass es nachts relativ kuehl wird, was zum Schlafen sehr angenehm ist, und tagsueber wird die Hitze durch einen trockenen Wuestenwind gelindert. Der bringt jedoch auch einen trockenen Hals und trockene Haut mit sich.
Zu Hause angekommen ruhen wir uns meistens ein bisschen aus, bevor wir den Unterricht fuer den naechsten Tag vorbereiten. Da es im Bett definitiv zu heiss ist, haben wir uns an die afrikanischen Gewohnheiten angepasst und schlafen auf einer gewebten Matte im Gang unserer Wohnung, wo ein angenehmer Luftdurchzug ist. Nicht selten liegen wir dort Seite an Seite mit Nachbarn und allen moeglichen Kindern.


Nachdem wir die Vorbereitungen fuer die Schule hinter uns gebracht haben, fallen noch andere Arbeiten an. Wasser muss zum Duschen und Abspuelen aus dem Brunnen geholt werden, der zum Gluck in unserem Garten steht, die Waesche muss natuerlich mit der Hand gewaschen werden oder es muss auf dem Markt eingekauft werden.
Anschliessend macht einer von uns Feuer, der andere bereitet die Zutaten fuer unser Essen vor. Oft kochen wir auch mit unserer Nachbarin zusammen, die uns die afrikanische Kuche von Tag zu Tag naeher bringt. Haben wir bis um sieben Uhr Unterricht, lassen wir uns bei Maman von unseren Schwestern Pascaline (Passi) und Rachida bekochen. Wenn es darum geht Yam-pillet zu stampfen, helfen auch die Jungs mit.


Das Zussammensein mit unserer Familie geniessen wir sehr. Es wird viel herumgealbert, mit Maman diskutiert und mit Papa schauen wir um acht die Nachrichten. Mal auf franzoesisch, mal auf deutsch. Nicht selten sind wir bereits um neun Uhr hundemuede, reissen uns irgendwie von Mamans Redeschwall los und laufen nach Hause. Dort lesen wir uns noch gegenseitig aus unserem Buch vor und dann wird geschlafen, insofern die lautstarken Unterhaltungen der Nachbarn das zulassen.
Wir hoffen durch diesen kleinen Einblick in unseren Alltag koennt ihr euch schon ein bisschen besser vorstellen, in welchem Rythmus wir jetzt leben und wie es uns hier ergeht.
Seit kurzem koennen wir manchmal auch von zu Hause aus in unsere Mails schauen. Wenn es also konkrete Fragen gibt, die ihr beantwortet haben wollt, koennt ihr auch gerne mal eine Mail schicken. Wir freuen uns ueber Gruesse und Reaktionen jeder Art und schicken euch zu Weihnachten in das allzu milde Deutschland eine warme Brise. Sollten wir uns vor Weihnachten nicht mehr melden, wuenschen wir euch ein frohes Fest. Und denkt an uns, denn hier will die Weihnachtsstimmung so garnicht richtig aufkommen.
Eure Nadja und Anne

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Liebe Freunde,
es sind wieder ein paar Wochen vergangen, seit dem letzten Bericht. Uns beiden geht es sowohl gesundheitlich, als auch seelisch gut. In diesem Bericht wollen wir euch einen Einblick in unsere Arbeit mit ADRIA  und den hiesigen Umstaenden an der Schule geben. Aber vorab wollen wir doch auch von ein paar anderen wichtigen Dingen berichten. Nadja war einige Tage ein bisschen niedergeschlagen, lag mit starken Kopfschmerzen im Bett und ist auf Grund dessen ins Krankenhaus gegangen, um den so genannten “dicken Tropfen” zu lassen. Das bedeutet, dass durch einen schnellen Bluttest mit Hilfe eines Tropfens Blut ermittelt wird, ob jemand an Malaria erkrankt ist oder nicht. Gott sei dank hat sich diese Vermutung dank unseres wunderwirkenden chinesischen Tees nicht bestaetigt und Nadja konnte die kleine Krankenstation etwas gelassener wieder verlassen. So haben wir eine gute Erfahrung mit der aerztlichen Versorgung hier gemacht und koennen uns auch in einem ernsteren Fall sicher sein, dass uns schnell geholfen wird.

Ein weiteres Erlebnis hat uns gezeigt, dass noch Welten zwischen Europa und Afrika liegen, die es gilt zu ueberbruecken und das hoffentlich auch mit eurer Hilfe. Ohne darauf vorbereitet gewesen zu sein haben wir versteckt in einem Hinterhof hier in Aledjo eine junge Frau kennengelernt, die vor zwei Monaten einen kleinen Jugen zur Welt gebracht hat. Schon waehrend der neunmonatigen Schwangerschaft muss sie krank gewesen sein und so ist der Junge stark unterernaehrt und unterentwickelt zur Welt gekommen. Wo bei uns die Aerzte Alarm schlagen wuerden und wo dank unseres Gesundheitssystems jedem, ob arm oder reich, irgendwie geholfen wuerde, passiert hier rein garnichts. Obwohl uns bei dem Anblick des kleinen Jungen mit bereits Hungerhaaren auf dem Ruekcen und seiner schwachen Mutter das Herz zerbrochen ist, mussten wir erkennen, dass wir ihnen nicht helfen koennen. Mittlerweile haben wir mitbekommen, dass die zwei in einer Klinik in Parakou liegen. Wer diesen Aufenthalt bezahlt konnten wir nicht herausfinden, dennoch sind wir froh darueber.

Ende September wurde dann unsere Arbeitskraft zum ersten Mal ernsthaft in Anspuch genommen, auch wenn man bei der in Anspruchnahme im Sinne von Denk- oder koerperlicher Arbeit nicht gerade sprechen kann. Wir beide sind mit ONG ADRIA durch die Doerfer gezogen und haben an hunderte Eltern Schulkredite ausgezahlt. Unsere Aufgabe bestand darin, Vertraege mit der Hand auszufuellen. Das bedeutete fuer uns hunderte Namen abschreiben, hunderte Unterschriften nehmen ( meist Fingerabdruecke, weil die aelteren Menschen hier selten die Schule besucht haben) , hunderte Male ein und den selben Satz schreiben. Wir mussten uns teilweise wirklich an den Kopf fassen, wie langsam und umstaendlich hier alles ablaeuft! Aber die Arbeit musste getan werden und wir waren froh endlich mal etwas zu tun zu haben, auch wenn uns danach immer ziemlich der Kopf geraucht hat und uns die Finger geschmerzt haben. Leider ist es hier zusaetzlich nicht gerade einfach die Menschen von ihrem Glueck zu ueberzeugen. Unsere Maman, die Direktorin von ADRIA, musste in jedem Dorf stundenlang auf die Eltern einreden, damit diese das Geld auch wirklich fuer die Bildung ihrer Kinder investieren und sich stattdessen nicht, auf Grund ihrer aermlich Lebnssituation, dazu verlocken lassen, das Geld fuer sonstige Dinge auszugeben. Beispielsweise hat ADRIA die Kreditvergabe zeitlich extra nach das Rammadanfest verlegt, um sicher gehen zu koennen, dass aus Schulheften nicht doch ein grosses Festmahl wird. Trotz dieser staendigen Rueckschlaege, zeigt die Erfahrung, dass die Arbeit von ADRIA durchaus Fruechte traegt und schon tausenden Mensche hier in der Umgebung den Ausblick auf ein Leben mit einer besseren Zukunft ermoeglicht hat.


Die folgenden Tage bestanden anschliessend darin, die Schulmaterialien an die Schulkinder zu verteilen. Dieses Jahr war es ADRIA aber leider aus finanziellen Gruenden nicht moeglich, fuer jedes der beduerftigen Kinder, Schultaschen und Stoff fuer die Schuluniform ( Kaki) zu kaufen. So bestanden die kleinen Paketchen eben aus Stiften, Linealen und Heften usw., die  wir den Kindern in loechrigen Plastiktueten uebergaben.
Jetzt moechten wir aber ein wenig von unserer neuen und spannenden Aufgabe als Deutsch- und Englischlehrerinnen berichten. Tatsaechlich haben wir endlich nach mehrern Wochen des Wartens unsere Stundenplaene erhalten, die sich auf zehn Schulstunden fuer jeden von uns  belaufen. Nadja unterrichtet jetzt eine 11. Klasse in Deutsch, wir beide jeweils eine 7. Klasse in Englisch und Anne eine 8. Klasse in Englisch.

Man koennte jetzt denken, wir waeren in irgendeiner Form in unsere neue Aufgabe eingewiesen worden. Hier kann ich aber nur beifuegen, dass dem nicht so war und dass wir buchstaeblich ins kalte Wasser geworfen wurden. An einem Montag (12. Oktober ) hiess es auf einmal Anne solle den Unterricht in den ersten vier Stunden beginnen. Ohne richtig vorbereitet gewesen zu sein ging es also los. Die Feuertaufe haben wir beide bestanden und sind mittlerweile an chaotische Zustaende gewoehnt. Hier koennen wir anfuegen, dass die Regierung den Direktor eine Woche vor dem eigentlichen Schulbeginn ausgetauscht hat, dass bis heute keine Lehrerkonferenz mit allen Lehrern stattgefunden hat, dass eines der Schulgebaeude unfertig und mit Gras bewachsen herumsteht und desshalb das Chemielabor geraeumt wurde und nun als Klassenzimmer dient, dass die Schueler in der ersten Schulwoche ausschliesslich das grosse Schulgelaende von Unkraut und hoch gewachsenem Gras befreit haben, dass die Englischlehrer eher schlechtes Englisch sprechen und noch fehlerhafter schreiben, dass wir die einzigen weiblichen Lehrer weit und breit sind, dass jede Klasse aus mindestens 60 Schuelern besteht – nach oben sind dem aber keine Grenzen gesetzt, wieso nicht auch 100 Kinder in ein Klassenzimmer stecken -, dass der Unterricht auf Grund der dreistuendigen Mittagspause abends bis um 19 Uhr geht, es aber kein Licht gibt und wir den Unterricht desshalb schon vorher abbrechen muessen, dass ein Lehrer hier zwischen 61,50 und 89,20 Euro pro Monat verdient, dass selbst der fuer die Organisation verantwortliche “Censeur” Doppelstunden einer Klasse an zwei Lehrer gibt, die sich dann einigen muessen, wie sie ihre Stunden neu verteilen, dass auf Grund fehlender Klassenraeume auch Samstags Unterricht stattfindet und dass manche Kinder einen Schulweg von vielen Kilometern haben. Wir koennten noch ewig so weiter machen, was zeigt, dass es Handlungsbedarf gibt.

Wir beide versuchen uns so gut es uns moeglich ist uns anzupassen und an manchen Stellen Verbesserungsvorschlaege einzubringen.
Bisher ist uns das alles recht gut gelungen und wir hoffen, dass wir auch in den naechsten 8 Monaten noch viel bewirken koennen.
Mit diesem Bericht schicken wir euch viele Gruesse und hoffen, dass es nicht zu kalt ist in der Heimat. Wenn doch schicken wir auch gleich eine warme Brise mit, die euch an uns erinnern soll. Geniesst den deutschen Herbst fuer uns mit, die bunten Baeume fehlen hier.
Eure Anne und Nadja

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Hallo liebe Freunde,

heute erreicht euch wieder einer unserer Berichte. Seit dem letzten Bericht sind wir in eine kleine 3-Zimmer-Wohnung umgezogen, die sich im Haus der Lehrer befindet. Wir teilen ein Plumsklo und eine kleine Veranda  mit ihnen. Ein Wohn- und Esszimmer dient uns als Gemeinschaftsraum, zwei Schlafzimmer als Rueckzugsmoeglichkeit. Mittlerweile haben wir uns auch hier schon besser eingelebt und die taegliche Hitze ist Teil unseres Alltags geworden. Sie hat uns gelehrt immer eine Flasche Wasser mitzunehmen, um den europaeischen Durst zu stillen. Die schwuele Regenzeit wird etwa Mitte Oktober ein Ende finden. Bis dahin muessen wir aber noch mit Regenstuerzen rechnen, die  den Weltuntergang anzukuendigen scheinen und wie Baeche vom Himmel kommen.


Trotzdem wir schon seit einigenWochen hier sind, gibt es Dinge, die sich nicht geaendert haben. Nach wie vor scheinen sich die Dorfbewohner nicht an unsere Anwesenheit gewoehnt zu haben, was wir den starren Blicken nach uns entnehmen koennen. Auch die Kinder sind noch voller Aufregung, wenn sie uns “AnInsalas” – die Weissen – sehen. Wir hoffen schwer, dass es ihnen irgendwann langweilig wird und wir uns nicht mehr wie Tiere im Zoo beaeugt fuehlen.
Da man in Benin und wahrscheinlich auch in ganz Afrika immer mit spontanen Zufaellen rechnen muss, verwundert es uns kaum noch, dass der Schulbeginn bisher drei Mal verschoben wurde. Im Moment steht der erste Oktober als Datum fest. Die Regierung gibt den Komunen keine Zeiten vor und so entscheiden sich solche Dinge nach Lust und Laune des Direktors und der Gemeinde.

Weil unsere Taetigkeit als Deutsch- und Englischlehrer auf Grund dessen noch nicht begonnen hat, haben wir noch die Moeglichkeit uns die Arbeit von ONG. ADRIA anzuschauen und mehr ueber die Aufgaben der Organisation zu erfahren. So sind wir vor mehreren Tagen mit Maman Abiba (Mdme. La Directrice) und ihren zwei Mitarbeiterinnen nach Bassila gefahren, um an einer Reunion – einer Zusammenkunft von mehreren Organisationen mit gleichen Interessen – teilzunehmen. Ein Komittee aus vier Personen, darunter auch eine Deutsche der Organisation PCCD, hat ueber die gegenwaertige und erwuenschte zukuenftige Situation beninianischer Frauen in Spitzenpositionen gesprochen.  Am Schluss der Diskussion konnten sich auch die anwesenden Organisationsmitglieder am Gespraech beteiligen und unter anderem Sorgen, Bedenken und Loesungsvorschlaege miteinbringen. Fuer uns war dies ein erstes Zeichen, dass es auch in diesem Land Prozesse in die richtige Richtung gibt.


Ein weiteres Mal waren wir Teil einer Krediteintreibung hier in Aledjo. Die betroffenen Frauen kamen vereinzelt und in Trauben, um die 10 Prozent ihres Kredites zurueckzuerstatten. Natuerlich kann man eine solche Veranstaltung nicht mit derselben in Deutschand vergleichen. Die Frauen erscheinen teilweise mit Kleinstkindern, die von der Brust trinken, aber auch lautes Geschrei, Gelaechter und lebendige Gespraeche zwischen den Frauen kann man dort beobachten. Uns Umgab also ein lauter Geraeuschpegel aus Kotokoli (die hier gesprochene afrikanische Sprache) und Franzoesisch, dem Schreien der Kinder und dazwischen die durchaus ernsthaften Dialoge der ADRIA Vorsteherinnen mit den zahlenden Frauen. Fuer uns sind es genau diese Situationen, die einen Kulturaustausch ausmachen und von denen wir profitieren. Auch ein Gespraech mit Maman Abiba ein paar Tage nach dieser Veranstaltung, hat uns viele Umstaende hier nochmals deutlich gemacht.


Sie sprach von den mehr als tausend Frauen und ueber 600 Maennern, denen mit den Krediten von ADRIA geholfen werden und den etwa 140 Halb- oder Ganzweisen alleine hier in Aledjo, die es gilt mit den finanziellen Mitteln von ADRIA fuer die Schule auszustatten. Von europaeischen Freunden und Kontakten nach Kanada und Amerika erhofft sie sich weiterhin eine sichere finanzielle Unterstuetzung und hofft, dass unsere Anwesenheit diese Sicherheit festigen kann. Uns hat Maman Abiba gebeten, Nachfolger zu finden, die uns nach den zehn Monaten hierhin folgen, falls sich unsere Arbeit und Mithilfe als sinnvoll erweist.

Wir denken, dass dies eine gute Idee ist, da weitere Projekte, wie etwe der Bau einer Bibliothek geplant sind. Genauere Plaene wurden sogar bereits von franzoesischen Freunden ausgearbeitet. Ein amerikansicher Architekt wird Ende des Jahres kommen, um sich die gegebenen Umstaende vor Ort anzuschauen. Er plant mit Hilfsgeldern von deutscher Seite, eine Bibliothek mit einheimischen, natuerlichen Materialien zu bauen. Er verlangt dafuer kein Geld. Allerdings muss er auch auf Hilfskraefte aus Aledjo unentgeldlich zurueckgreifen, was aber bei der vorherrschenden Arbeitslosigkeit kein Problem sein wird.
Ihr seht, alles nimmt so langsam Gestalt an und der Tatendrang hilft uns aktiv zu werden. Bis jetzt haben wir fast ausschliesslich gute und wertvolle Erfahrungen gemacht, was uns durchhalten laesst.

Zeitweise schleicht sich natuerlich auch das Heimweh ein, was wir aber mit Gespraechen ueber die jetzt vergangene Schulzeit und zu Hause verscheuchen. Es bleiben uns die Erinnerungen als Band zu euch nach Deutschland und den Rest der Welt. Danke fuer euer grosses Interesse und die Antwortmails, auf die wir auf Grund von Zeitmangel im Internetcafe leider nicht persoenlich eingehen koennen.
Liebe Gruesse und 1000 Kuesse,
Eure Nadja und Anne

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22. August 2009

Liebe Freunde,
wie versprochen hier unser erster Bericht. Wir sind gut in Benin angekommen und gluecklicherweise ist hier im Moment Regenzeit, was bedeutet dass die Temperaturen ( 20 – 30°C, aber feucht) durchaus auszuhalten sind.

Am Dienstag, den 18. August ging es fuer uns los. Erst der Flug nach Paris und von dort aus nach Cotonou, der groessten Stadt Benins. Auf diesem Flug wurde schon deutlich wo unsere Reise hingehen sollte. Das Flugzeug war gefuellt mit vielen Beninoise, darunter auch eine Frau mit ihrer Tochter, die mit diesem Flug ausgebuergert werden sollten. In Cotonou angekommen erwartete uns eine schwuele Abendhitze. Ulrike ( eine Heidelbergerin und Mitbegruenderin von WE_Benin, deren Sohn halb Beninoise ist) und Salifou unser Ansprechpartner und ein bisschen auch Reisefuehrer warteten schon auf uns. Durch die afrikanische Nacht und die nach Abgasen stinkende aber aufregende Stadt Cotonou ging es in ein doch noch sehr europaeisch orientiertes Hotel.


Zwei Tage spaeter ging es schon in unser jetziges Heimatdorf Aledjo, 8 Autostunden von Cotonou entfernt. Hier wartete ein wahres Empfangkomitee auf uns. Nicht nur die Leiterin der Organisation ADRIA, Madame la Directrice – fuer uns Maman – mit der wir zusammen arbeiten werden, sondern auch deren gesamte Familie und Freunde waren da.


Schnell haben wir gemerkt, dass die Menschen hier wirklich sehr aufgeschlossen sind und uns daher die Umstellung auf nicht gerade einfache Verhaeltnisse  leichter machen. Noch wohnen wir in dem Haus von Mamans Mann  und haben ein eigenes Zimmer mit einem Moebelstueck – unserem Doppelbett, bevor wir   in ein eigens kleines Appartment ziehen werden. Die Dusche ist ein kleiner abgetrennter Raum in dem 2 Eimer stehen, die man sich am Brunnen auffuellen kann. Die Toilette, ein Plumsklo in dem es von Kakalaken, Rieseneidechsen und Moskitos nur so wimmelt, erinnert an eine nie erlebte alte Zeit.

Das Essen wird in einem separaten Raum auf dem Feuer zubereitet und mit den Haenden gegessen. Ueberhaupt sind uns die Speisen meist komplett unbekannt. Ausser den uns bekannten Fruechten, wie sehr gute Ananas, Kokosnuesse, saftige Erdnuesse und Orangen, gibt es oft eine Pampe aus Wurzeln oder Reis, das Fleisch dagegen ist voller Knorpel und hart wie Stein. Naja, wenigstens mangeltes nicht an der Menge und schon bald werden wir uns selbst kochen. Trotzdem ist es eine Umstellung ausser zwei bis drei Tagesmalzeiten, die man hier bekommt, keinen Kuehlschrank zu haben, aus dem man sich bedienen koennte.


Da wir momentan noch eine Zeit der Eingewoehnung geniessen, mangelt es uns nicht an Zeit. Da ist es schoen, dass der Sohn unserer Maman, Nick (20 Jahre), gerade Semesterferien hat. Normalerweise studiert er in Cotonou, nur fuer ein paar Wochen im Jahr kommt er seine Eltern hier besuchen. Er ist viel mit uns zusammen, zeigt uns das Dorf und wir machen unsere Spaesschen, die oft durch die fehlende Sprachkenntnisse ausgeloest werden.


Bis hier zeitgleich mit Baden – Wuerttemberg am 14. September wieder die Schule beginnt, werden wir unser Appartement einrichten und uns mit unserer neuen “Kueche” auseinandersetzen. Schon jetzt sind uns verschiedene Auftraege zugeteilt worden, die wir in diesem Jahr erfuellen werden. Wenn alles gut klappt duerfen wir in Deutschland sogar Nachruecker suchen, die hierher kommen und an unsere Aufgaben anknuepfen. Jetzt freuen wir uns erstmal, dass wir hier gut angekommen sind und die Menschen uns mit offenen Armen empfangen haben. Auch verschiedene Sorgen und vielleicht auch Aengste, die sich in den letzten Monaten vor dem Abflug eingeschlichen haben, sind verflogen, weil hier vieles doch so scheint wie zu Hause. Und auch wenn uns manche Dorfbewohner noch ungewohnt aufmerksam beaeugen und die Kinder uns “Jovo – Insala, Jovo – Insala” (“die Weissen, die Weissen”) hinterherrufen, glauben wir, dass wir in wenigen Monaten Teil des Dorfes sein koennen. Irgendwie sind die Menschen auf unserer Welt doch alle gleich, egal ob Afrika oder Deutschland.
Fuer den Moment viele Gruesse und Kuesse,
bis bald, Nadja und Anne

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The supplement is designed by Christoph Schlingensief.
Honestly there are some breath-taking articles … worth reading (it is in German).

overview is here

and the article which caught me most is “Partnerschaft auf Augenhöhle”

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